RB Leipzig, Rasenball Leipzig oder eben doch Red Bull Leipzig
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23.10.13 | Fussball Allgemein | 1 Kommentare

RB Leipzig, Rasenball Leipzig oder eben doch Red Bull Leipzig

Kein anderer Verein in der Bundesrepublik sorgt fĂŒr mehr GesprĂ€chsbedarf wie der Verein aus dem Osten unserer Republik, RB Leipzig. Neulich erst bin ich ĂŒber eine Aussage gestolpert, dass Kickers Offenbach heute froh wĂ€re, gegen die Jungs von Herrn Matteschitz spielen zu dĂŒrfen. Diese Aussage bezieht sich wohl auf die damalige Absage der Kickers fĂŒr ein Freundschaftsspiel Testspiel.

Die Fans damals gingen auf die Barrikaden und haben zum Protest aufgerufen. Die Kickers waren und sind bis heute nicht alleine. Einige Namenhafte Clubs sperren sich gegen Testspiele gegen RB. Als Fan der Offenbacher Kickers wĂ€re ich natĂŒrlich froh, wenn wir in dieser Saison gegen RB spielen dĂŒrften, das ist aber alleine der Tatsache geschuldet, dass sie eine Liga höher spielen. Weniger damit, dass sie so toll sind.

Doch was hat der Fußball Fan gegen das Projekt Leipzig?

Alle haben sich bereits an Leverkusen und Wolfsburg gewöhnt und auch Hoffenheim ist nichts Besonderes mehr. Zu Leverkusen muss man sagen (ja ja sind unsere Freunde) das es eben schon immer eine Werkself war und auch Bayer nicht viel in den Verein pumpt.

Bleibt noch Wolfsburg. Auch dort bleibt es nicht unbedingt ein Konzernverein, wenn man sich mal nĂ€her mit ihnen beschĂ€ftigt. Ist der Verein doch immerhin im Jahr 1940 gegrĂŒndet worden.

Hoffenheim und Dietmar Hopp haben neue Wege eröffnet und der Fußball Fan wird sich an den Anblick solcher Konstrukte ĂŒber kurz oder lang gewöhnen mĂŒssen.

SV Sandhausen, FC Ingoldstadt oder Sonnenhof Großaspach stehen bereits in den Startlöchern. All diese Vereine haben große Geldgeber im Hintergrund. Und auch 1860 MĂŒnchen - hier schreit aber niemand auf.

Ganz so einfach ist die Sache also nicht. In Offenbach wĂŒrde wohl auch keiner schreien, wenn ein MilliardĂ€r kĂ€me und sein Geld in den Verein pumpt, sehnt man sich doch auch hier nach Bundesliga Fußball!

50+1 bewahrt den Fußball wie er sein soll

Unantastbar bleibt allerdings die 50+1 Regel. Diese Regel ist es, welche den Sport zu dem macht was er nun mal ist. Kein Kommerz. Wobei dieser schon lĂ€ngst Einzug erhalten hat. Ist auch nicht schlimm, die ĂŒberbezahlten MillionĂ€rskicker wollen schließlich bezahlt werden. Sponsoring ist ja auch nicht verwerflich, doch wenn ein Sponsor oder Geldgeber bestimmt wer PrĂ€sident, KapitĂ€n oder Trainer wird, da hört der Spaß doch wirklich auf.

Schon Dietmar Hopp umging die 50+1 Regel, ganz einfach, er hat das „sagen“ im Verein, der wiederum hĂ€lt die Mehrheit mit 51% an der TSG 1899 HoffenheimFußball-Spielbetriebs GmbH. Die Regel hat also bestand. Denn im Verein darf er das sagen haben, die Mehrheit der Mitglieder muss sich seinen Worten nicht beugen, sie tut es aber trotzdem.

In Leipzig geht man da schon eher aggressiv gegen neue Mitglieder vor. Dort liegt der Mitgliedsbeitrag bei 800 € im Jahr und ein Antrag kann dann auch mal Monate liegen bleiben bis darĂŒber entschieden wird. Übrigens kann man keinen Verein zwingen Mitglieder aufzunehmen, deshalb wird es wohl bei RB dabei bleiben, dass der Verein nur 8 Mitglieder hat, die alle auf den Herr Matteschitz hören. Schließlich sind alle 8 Mitglieder auch Mitarbeiter der Firma Red Bull in Salzburg.

Warum Leipzig gewĂ€hlt wurde ist wohl klar. Eine Region die nach Bundesliga Fußball lechzt und die Jahrzehnte diesen nicht mehr gesehen hat. Statt guten Fußball gab es magere Fußballkost beim FC Sachsen, Lokomotive oder Chemie Leipzig zu sehen. Diese haben dann auch eher negative Schlagzeilen gemacht.

Das Konzept geht auf. In Leipzig pilgern die Leute zu Red Bull, wie in Hoffenheim und Umgebung zu TSG. An beiden Standorten stört man sich nicht an der Abneigung die in der Bundesrepublik vorherrscht. 30.000 Zuschauer beim Heimspiel gegen Lotte (Aufstiegsrelegation 2013 / 2014) und in Liga 3 einen Zuschauerschnitt ĂŒber 10.000. In der Red Bull Arena, wo die Roten Bullen spielen ist immer mehr los. Da stört man sich nicht daran, dass nie die Rede vom Rasenball ist, sondern nur die Roten Bullen (Red Bull) beworben werden.

FĂŒr mich ist es aber ein Austauschbares Produkt. DrĂŒckt man als RB Leipzig auch dem "Schwester Verein" in Salzburg und New York die Daumen? Schließlich sollen die besten Spieler zukĂŒnftig in der "Premium" Liga Deutschland kicken. Der Konzern bestimmt also, wo seine "Mitarbeiter auflaufen".

  • Bild 1: Trikot RB New York

  • Bild 2: Trikot RB Salzburg

  • Bild 3: Trikot RB Leipzig

Alle Bilder sind von Wikipedia

Kein Firmen Logo im Vereinsemblem

 Laut Satzung des DFB  Â§15 Abs.1 Nr. 2 heißt es:

"Änderungen, ErgĂ€nzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung sind unzulĂ€ssig."

In Leipzig nimmt man das Model LR Ahlen und ĂŒbertrĂ€gt es mit RB auf Red Bull. Dass der eigentliche Name nirgends Verwendung (auch nicht auf der eigenen Homepage) findet, stört beim DFB und SĂ€chsische Fußball-Verband (SFV) niemanden.

Auf die Spitze wurde das Ganze mit dem Logo getrieben. Hier wurde nicht viel geĂ€ndert und auf den ersten Blick fĂ€llt keinem auf, dass das es hier nicht um die Firma Red Bull sondern den Fußball Club RB geht. Es fĂ€llt direkt auf welche Strategie hier verfolgt wird. Der Fußball Club Rasenball Leipzig dient rein der Marketing Strategie von Red Bull. Und das ist es was den Fußball Fans so bitter aufstĂ¶ĂŸt. Es geht nicht darum ein Verein zu sein und den Fans einen Anlaufpunkt zu bieten, sondern schnellstmöglich International zu spielen um sein Brauseprodukt zu bewerben!

  • Bild 4: Logo RB New York

  • Bild 5: Logo RB Salzburg

  • Bild 6: Logo RB Leipzig

  • Bild 7: Logo RB Ghana

  • Bild 8: Logo RB Brasil

Alle Bilder sind von Wikipedia

Einen Unterschied zwischen RB Salzburg, RB New York oder RB Leipzig gibt es nicht wirklich. Überall das gleich Konzept. Überall ein fast identisches Logo, nur der Name ist in Deutschland anders. Das Red Bull in anderen Sportarten vertreten ist, ist bekannt. Auch im Eishockey. Die DEL stört sich nicht daran, dass dort die Namen geĂ€ndert werden. Deshalb gibt es nun auch den EHC RB MĂŒnchen. Das Logo ist auch hier fast identisch.

  • Bild 9: Logo RB EHC MĂŒnchen

  • Bild 10: Logo RB EC Salzburg

Alle Bilder sind von Wikipedia

 

Ein Unterschied ist nicht aus zu machen. Es ist dagegen ein Skandal, dass der DFB dieses Logo durch gewunken hat, ein Strich Àndert also alles? Wieso schafft man diese Regel nicht einfach ab, wenn sich so oder so niemand daran hÀlt?

Auf Dauer wird sich dieser Verein in Liga 1 einnisten und fĂŒr unseren OFC erst einmal unerreichbar sein. Die Frage ist, wie lange wird Red Bull daran Gefallen finden? Die Fans könnten schon stark Abhilfe schaffen, doch dazu sind sie auch nicht bereit. Einfach die Produkte nicht mehr kaufen. WĂŒrde man soweit gehen? Der Fußball lebt von seinen Sponsoren. Die Millionen GehĂ€lter werden geduldet, alles aus Liebe zum Sport. Kann man dann nicht einfach RB akzeptieren? Mir persönlich fĂ€llt es schwer, es geht nochmal ein Schritt weiter in der Kommerzialisierung und das klatschende und bei Aufforderung Singende Publikum ist nicht mehr weit. In Leipzig sieht man sehr schön, welche Art Fans dort aufschlagen. Es sind diejenigen, die den Event Charakter lieben. Eine Niederlage ist da mal egal. Eine Negativserie bedeutet aber gleich leere Stadien. Das sah man in Hoffenheim, als es letzte Saison (2012 / 2013) gegen den Abstieg ging.

Ist das der Fußball der uns ZukĂŒnftig erwartet? Die Allianz oder SAP Arena ĂŒberall in der Bundesliga?

Ich bin froh, dass wir diesem Verein aus dem Weg gegangen sind, auch wenn es schmerzt, dass er eine Liga höher direkt um den Aufstieg mitspielt.

Aufstieg in die 2. Bundesliga

Sportlich hat es RB Leipzig (Red Bull oder Rasenball) geschafft. Doch die DFL scheint sich noch etwas uneins zu sein, was mit RB geschieht. FĂŒr mich nicht mehr nachvollziehbar. Hat der DFB dem Verein doch bereits ohne Auflagen die Lizenz fĂŒr die 3. Liga erteilt. Man hatte also nichts gegen die Strukturen die bei RB vorherrschen. LĂ€ngst hat man sich an dieses Kunstprodukt gewöhnt. In Leipzig liebt man es sogar.

Den Fans ist es egal, dass der kĂŒnstlich geschaffene Verein gegen alle moralischen Regeln verstĂ¶ĂŸt. Wenn man einige von denen betrachtet, könnte man meinen, sie haben erst durch RB ihren Weg zum Fußball gefunden. hier bekam ich schon in diversen Foren vorgehalten, dass der Fußball keine Moral hat. In der Bundesliga wĂŒrde ich das alles fast ausnahmslos unterschreiben. Akzeptieren muss ich diesen Umstand deshalb trotzdem nicht.

Die LĂŒcke gefunden

Je lĂ€nger man sich mit RB befasst, desto weniger Abneigung hat man gegen dieses Produkt. Clevere Marketing Strategie. Ob Redbull in der F1 oder andere Redbull Events (Air Race oder Flugtag), alle finden sie ihre AnhĂ€nger. Ein Vettel wird in Deutschland gefeiert, es stört niemanden, fĂŒr wen er das Auto lenkt. In der F1 war man es allerdings gewohnt, dass dort Konzerne das sagen haben, im Fußball eher weniger.

Offiziell verstĂ¶ĂŸt Rasenball Leipzig nicht zwingend gegen Vereinsrecht und die 50+1 Regel. Es ist alles in Ordnung und so einfach auszuhebeln. Man grĂŒndet einen Verein und lĂ€sst die Mannschaft auch unter diesem e.V. spielen. Die Gefahr das RB insolvent wird und damit der Verein in Gefahr gerĂ€t ist gering. Eine Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft eher uninteressant, ich glaube nĂ€mlich nicht, dass RB das Ziel der GemeinnĂŒtzigkeit anstrebt.

Solange keine Kapitalgesellschaft vorhanden ist, solange braucht man sich auch nicht um die 50+1 Regel kĂŒmmern. Auch im deutschen BGB (BĂŒrgerlichen Gesetzbuch) findet man keinen Paragraphen, der besagt, dass ein Verein Mitglieder aufnehmen muss und wo die Grenze der BeitrĂ€ge liegt. Solange die Fans also ins Stadion strömen und diesem Brauseverein die Stange halten, so lange geben sie ihm Recht. Einzig das Logo verstĂ¶ĂŸt gegen die Regeln des DFB und damit der DFL. Dazu habe ich aber bereits weiter oben Stellung bezogen. Es ist so oder so klar, dass die DFL Leipzig ziehen lĂ€sst.

Rechtsstreit wÀre fatal

Die DFL und der DFB haben Angst vor der deutschen Exekutive. Bereits mit Dynamo Dresden hat man einen Kompromiss gesucht. Damals ging es um den DFB-Pokal-Ausschluss. Die gegen Dynamo noch offenen Verfahren wurden eingestellt, dafĂŒr verzichtete der Verein aus der Landeshauptstadt Sachsens auf den Gang vor ein Zivilgericht. Man erkaufte sich seine Rechtsicherheit. Der DFL und dem DFB ist klar, dass ihre Rechtsprechung damit auf der Kippe stand. Da Redbull bereits Einspruch eingelegt hat und auch einen Schritt vor das Gericht in ErwĂ€gung zieht, wird hier Ă€hnlich gehandelt. Man sucht einen Kompromiss wo beide Seiten ihr Gesicht wahren. Der Verlierer dabei bleibt der Fußball. Der Kommerz hat gesiegt – kauft euch ein Verein und spielt euren Sport.

In diesem Sinne - NUR DER OFC

P.S.: Football is for you and me - not for Red Bull Industry!

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Kommentare ( 1 ) Sehr guter Beitragbeltaine schrieb am: 26.11.13 um 12:00Danke, genau meine Gedanken. Und wie wahr!

Ich hoffe dieser Beitrag rollt durch die mediale Welt, durch alte, wie neue Medien. Ich fange damit schon mal an, und teile ihn. Wenn ich darf? Ich hoffe auch das er bis zum DFB dringt. Auch wenn er auf die 3 berĂŒhmten Affen trifft die auch beim DFB zu sitzen scheinen. Nix hören, nix sehen, nix sagen.

Ein Hansa-Fan, ... wohnhaft in Leipzig.
... und Boykottierer jeglichen Produktes aus dem Hause Red Bull!

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