Kommentar: OFC am Abgrund - zweite Insolvenz
Impressum / Datenschutz
01.06.16 | OFC GmbH | 3 Kommentare

Kommentar: OFC am Abgrund - zweite Insolvenz

Mein OFC, welch Sorgen bereitest du mir nur? Ich weiß nicht mehr, was ich sagen oder schreiben soll. Ich bin auch müde mich zu erklären, aber man wird doch immer wieder angesprochen. Viel schlimmer ist jedoch das Mitleid, welches man inzwischen sogar von seinen Erzrivalen geschenkt bekommt. Die einst so geschwellte OFC-Brust wird immer dünner. Die Kickers verhalten sich wie der kleine Bruder im Rhein Main Gebiet, der immer wieder auf die Nase fällt und scheinbar nicht aus seinen Fehlern lernt. Die Zukunft meiner Kickers ist offen. Welche Folgen ein mögliches Insolvenzverfahren für den Club und dessen Mutter den OFC Kickers 1901 e.V. haben wird ist noch nicht klar, sicher ist nur, dass es für den OFC nun um alles geht.

Erste Insolvenz noch kein Jahr abgeschlossen

Im April 2015 verkündete der OFC über seine Website, dass die Insolvenz abgeschlossen und die Sanierung Erfolgreich beendet wurde. 200.000€ soll die GmbH nach Abschluss des Insolvenzverfahrens an Vermögen gehabt haben. Gut ein Jahr später sieht es vollkommen anders aus. Der OFC beantragt erneut die Insolvenz. Als Insolvenzverwalter ist ein alter Bekannter zurück am Bieberer Berg. Dr. Andreas Kleinschmidt war bereits 2013 bis 2015 der Insolvenzverwalter der überschuldeten GmbH vom Bieberer Berg. Damals war der Schuldenberg 9 Mio. Euro teuer und erhöhte sich aufgrund der zukünftigen Mietausfälle der Stadt auf knapp 17 Millionen. Andreas Kleinschmidt gelang es eine Rückzahlunsquote von 11% auszuhandeln. Dieser Wert wurde damals als sehr hoch gefeiert und befriedigte scheinbar die Gläubiger. Sie sollen von zukünftigen Sondererlösen profitieren (DFB Pokal, Transfers, etc.). 4,1 Mio. € wurde zurück auf den e.V. übertragen, dank der Rückübertragungsrechte.

Damals wie heute besteht die Insolvenzgefahr fĂĽr den e.V.

Dank der Rückübertragung der Schulden von GmbH auf e.V. hat dieser heute noch geschätzte 3,1 Mio. Schulden. Diese sollten nach einem Mitgliederbeschluss 2014 auf die GmbH übertragen werden und den e.V. somit sanieren und zukunftsfähig machen. Da der e.V. keine eigenen Erträge erwirtschaftet, wäre eine Rückzahlung nur sehr schwer vorstellbar und die Übertragung auf die GmbH die einzig machbare Lösung. Mit den Gläubigern wurde eine Stundung bis 2017 vereinbart unter der Prämisse, dass die Schulden zurück auf die GmbH übertragen werden. Das Konzept sah zusätzlich vor, dass die Gläubiger des e.V. dann allen Sondereinnahmen profitieren würden (ähnlich wie bei den Gläubigern der GmbH) und 50% der Einnahmen erhielten. Sollte der OFC so erfolgreich sein, dass binnen 5 Jahren 60% der Schulden getilgt wären, so gelten diese als bezahlt.

Nun ist die GmbH aber erneut pleite und stellte 2 Tage vor dem 115. Jubiläum des Vereins den Insolvenzantrag. Die Rückübertragung der Schulden des e.V. sind in Gefahr. Die Insolvenz steht im Weg und die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen geklärt werden. Dieses Mal scheitert die GmbH an 1,1 Mio. €. Der OFC hat im Jahr 2015/2016 deutlich mehr ausgegeben als er eingenommen hat und steht damit am Abgrund.

Massive Fehlplanungen gefährden GmbH und e.V.

Aufgrund massiver Fehlplanung im Etat 2015/2016 steht der OFC vor einer sehr schwierigen Zukunft. Während 2013 der OFC kurz vor dem Abgrund stand, ist er dieses Jahr scheinbar einen Schritt weiter und man wirft ihm den Rettungsring in die Schlucht hinterher, in der Hoffnung er kann sich da irgendwie noch herausziehen. Dies gelingt nur, wenn es möglich ist, die Insolvenzeröffnung zu verhindern. Bei einer Insolvenzeröffnung wird die Luft diesmal deutlich dünner. Die alten Schulden aus der ersten Insolvenz würde wiederaufleben, die vereinbarte Quote wäre dahin. Mit den neuen Schulden und den erneuten Mietausfällen der Stadt wären der OFC wohl mit über 20 Millionen Euro überschuldet. Ob es hier eine positive Fortführungsprognose ist fraglich. Eine Liquidation der GmbH ein mögliches Szenario und damit verbundene Abstieg in die Gruppenliga wo derzeit die 2. Mannschaft des OFC spielt. Natürlich alles nur Theorie, doch der OFC hat mir in den letzten Jahren so viele Tiefpunkte gezeigt, dass ich nun Mal auch diesen Punkt angesprochen haben möchte.

Was mit dem e.V. passiert, wenn die Schulden nicht zurück übertragen werden können ist unklar. Sicher ist jedenfalls, dass es auch zur einem Insolvenzantrag des Vereins kommen wird. Ob es bei einer solchen Summe dann zur Auflösung des Vereins (inkl. Neustart in der B-Klasse Offenbach) oder einer positiven Fortführungsprognose inkl. Planinsolvenz kommt, ist offen. Klar ist nur, dass Dr. Andreas Kleinschmidt nun eine Menge Arbeit hat und ich hoffe, dass er es schafft beide (OFC Profi GmbH und den OFC Kickers 1901 e.V.) zu sanieren und das Schuldenproblem bei beiden löst. Nur das kann nun das Ziel sein. Es nutzt nix, wenn die GmbH geheilt und aber die Mutter Pleite geht und aufgelöst wird.

Lückenlose Aufklärung notwendig

Dr. Andreas Kleinschmidt erneut Insolvenzverwalter - Quelle: ofc.de

Dass das jetzige Präsidium gebetsmühlenartig die letzten Phrasen der vergangenen Insolvenz wiederholt ist ihnen nicht vorzuwerfen. Genauso wenig wie die erneute Insolvenz. Doch, dass man nur noch so viel ausgeben möchte, wie man zur Verfügung hat und gewissenhaft Wirtschaft möchte, damit sowas nie wieder passiert, wurde schon so oft auf Biebers Höhen gesagt, dass man es kaum noch glauben kann. Alte Aussagen aus neuen Mündern. Einzig allein die Personen geben einen kleinen Funken zur Hoffnung, dass sie diese Aussagen auch mit Leben füllen.

Wichtig ist die Lückenlose Aufklärung, wie es zu diesem Desaster erneut kommen konnte. Man verspielt nicht nur das Vertrauen bei Sponsoren und Fans, nein auch Spieler werden sich überlegen, ob sie zu unseren Kickers wechseln möchten. Natürlich kann man auch so die Schulden „los“ werden, doch der Preis für eine solche Maßnahme ist in Euros leider nicht zu messen.

Gerade den Fans wird in diesem Moment sehr viel abverlangt, nicht nur die kritischen, höhnischen und auch spöttischen Nachfragen und Kommentare, nein auch deren Geduld ist gefragt. Man hat den OFC in den letzten Jahren sehr viel unterstützt. Kein anderer Verein in der Regionalliga Südwest hat solche Dauerkartenzahlen, so viele Fans zu den Heim- und Auswärtsspielen wie der OFC. Und dennoch scheinen all diese Mühen vergebens gewesen zu sein. Ich erinnere mich mit Freude an unser erstes Spiel nach der ersten Insolvenz in Koblenz. Über 2500 Offenbacher reisten damals mit zum Ligaauftakt und feierten den 2:0 Sieg wie eine Meisterschaft. Der OFC lebt, dass war das Signal an alle. Ob solch eine Trotzreaktion auch diesmal erfolgt ist fraglich. Ich wünsche es mir - denn es muss weitergehen - wir müssen voran gehen - der OFC braucht uns jetzt mehr denn je.

GroĂźe Hypothek in der Saison 2016/2017

Aufgrund des Insolvenzantrags (dieser reicht aus, unabhängig, ob das Verfahren eröffnet wird oder nicht) wird der OFC kommende Saison mit -9 Punkte in die Runde starten und ist somit mindestens die ersten drei Spiele Tabellenletzter. Freilich hat Oliver Reck bewiesen, dass er sogar in 15 Spielen diesen Rückstand aufholen kann, aber ob dies der Kader nächste Saison auch schafft bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall werden in Offenbach jetzt kleinere Brötchen gebacken.

Der OFC Fan ist leidensfähig, diese Fähigkeit wird nächste Saison mehr denn je gefordert sein. Es braucht wohl erneut alle Mann und Frau, um den OFC zu retten. Am Ende wird es auch viel Kraft kosten die Klasse zu halten. Für mich geht es nächstes Jahr nur um den Klassenerhalt, sollte das Team dann dennoch oben angreifen, hat es der Trainer allen bewiesen. Ich hoffe inständig, dass die Kritik an Oliver Reck nun abflacht. Er kann für die ganze Situation am wenigsten.

Es wird spannend diesen Sommer, die EM rückt in den Hintergrund, volle Aufmerksamkeit meinem OFC. Ich bange um meine Kickers. Werde den Fußballgott anbeten, dass er uns nicht diesen großartigen Club nimmt, der uns so viele schöne Stunden geschenkt hat. Es muss und wird weitergehen! Als erstes wird das unser Gegner im DFB-Pokal spüren – hoffentlich ein großer Name!

In diesem Sinne – NUR DER OFC!

Der Autor:

Bist du anderer Meinung? Diskutiere mit - nutze die Kommentarfunktion!

Kommentare ( 3 ) Wünsche den Fans des OFC OptimismusPeterPlys schrieb am: 02.06.16 um 16:57Als Fan des 1. FC Magdeburg habe ich das letzte Jahr auch immer ein Auge auf den OFC geworfen. Es ist natürlich immer schlimm, wie die unterlegenen Vereine dieser unsäglichen Relegation ihre wertvollsten Spieler zu anderen Vereinen ziehen lassen müssen. Und die, die bleiben lassen sich dies in klingender Münze auszahlen.
Aber das allerschlimmste ist es, wenn verantwortliche Manager verantwortungslos mit nicht vorhandenen Geldern umgehen und die Existenz eines Traditionsvereins aufs Spiel setzen. Ausbaden dürfen dies Gläubiger, Spieler und natürlich die Fans.
All dies durften wir in Magdeburg so auch schon erleben. Erst in den letzten 3 Jahren durften wir in Magdeburg Kompetenz und finanzielle Stabilität erleben, die eng mit dem Namen Kallnik verbunden sind, der auf ein motiviertes Team bauen kann. Dies hat sich - trotz einiger Fehler im Verlauf des letzten Jahres - sportlich ausgezahlt.
Ich kann dies als positives Beispiel aufführen und wünsche dem OFC, dass sich auch dort handlungsfähige Personen finden, die das Ruder herumreißen und den OFC als Traditionsverein dahin führen, wo er hingehört: In die 3.Liga (und höher). Und bei aller Rivalität nach den Spielen vor einem Jahr würde ich mich auf ein Aufeinandertreffen in nicht allzu ferner Zeit freuen...
Man sieht sich - da bin ich mir sicher !
Immer nur Möchtegern Manager Holger Weishaupt schrieb am: 01.06.16 um 18:21Ich bin zutiefst enttäuscht und frustriert, das der OFC so schnell schon wieder in diese Gefahr gelangen konnte. Und es kann doch keine Dauerlösung sein, das man dann immer wieder auf Neue an die Fans appelliert, zu Spenden und Karten zu kaufen,damit andere dieses mühsame verdiente Geld durch Dummheit oder andere Beweggründe wieder sinnlos verprassen. Wenn ich nur an die Aussagen von diesem Möchtegern Manager Kutz denke, könnte ich kotzen. Die Kosten für Schiedsrichter, Spieler, Provisionen und Verwaltung wären ungeplant um über 300.000,- Euro gestiegen, was ist das denn für ein Blödsinn ? Die Schiedsrichter werden wohl kaum ab Februar ihre Kosten so dramatisch erhöht haben. Und für Spielergehälter und Mittlerprovisionen müssen Verträge vorliegen,anhand derer man eindeutig nachvollziehen kann, welche Kosten zu palnen sind und wer diese unterzeichnet hat, ergo verantwortlich ist. So was fällt doch nicht einfach so vom Himmel ! Und welche Marketingaktivitäten hat den dieser Kutz seit Amtsantritt unternommen, um Erlöse zu erzielen ? Man hätte z. Bsp. ganz einfach für die restlichen Spieltage Logen, Rest-Dauerkarten, Banden usw zum Schnupperschnäppchenpreis anbieten können. Jede Einnahme wäre besser als keine gewesen und man hätte so vielleicht auch Unterstützer für die nächste Saison locken können. Das alles hätte nicht viel gekostet, aber man hätte halt einfach man den Arsch bewegen müssen, anstelle wichtig und bräsig im VIP Bereich zu sitzen. Es ist auch peinlich, jetzt alles auf irgendwelche Vorgänger zu schieben. Wie in jedem Unternehmen hätte bei Führungswechsel eine ordentliche Übergabe ALLER Unterlagen stattfinden müssen, und solange diese nicht erfolgt, hätte man einfach auch nicht Herrn Fischer entlassen oder freistellen dürfen. Die machen es sich alle zu einfach, nur auf die bösen Vorgänger zu schimpfen, um damit vom eigenen Versagen abzulenken. Die Chance was zu erreichen....Enzo Pardo schrieb am: 01.06.16 um 10:05Es gibt die Chance was zu erreichen wenn nur einer der GmbH und Vorstand mit Geld um gehen könnte!
Wer nach denken kann und Ideen hat kann Geld machen!
Ich weiĂź das hier Millionen in Spiel sind. Auch Millionen kann man ohne Eine Insolvenz bereinigen wenn man nur ein bissi Wiesen hat....!
Also Stolzer OFC Fan bin ich sehr enttäuscht das keiner man sich hin setzt und nach denkt wie kann man da ohne Insolvenz es scharfen....!
Wie halten wir unsere top Spielern und solche Fragen.
Ein Rat von jemand der seine Ideen hat und selber privat seine Schulden ohne Insolvenz klären kann!
Hin setzten nach denken und Ideen grade jetzt zu sammeln wie kann man was tun und reden Ohne Insolvenz!Es gibt diese Chance und die liegt sehr na so wie Geld machen liegt sehr nah auch, nur das sieht wohl keiner der Vorstand und GmbH....

Mit freundlichen grĂĽĂźe
Enzo Pardo
SudetenstraĂźe 6
63069 Offenbach am Main

Hinterlasse eine Antwort:

Erforderliche Felder sind markiert *

Dein Kommentar wird erst nach einer Freischaltung angezeigt.

Dein Name*:
Titel*:
Inhalt*:




© Blogzwo 2014 - Admin