Das Herz an die Offenbacher Kickers verloren
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13.11.13 | Fanszene | 0 Kommentare

Das Herz an die Offenbacher Kickers verloren

Feeling Bieberer Berg in Offenbach 1999

Quelle: Dr. Stephan Roscher

Es war Anfang der 90er als mein Vater mich mit zu den Kickers nahm. Es waren die Oberliga Jahre, die bis dahin schw├Ąrzeste ├ära der Offenbacher Kickers. Da mein Vater ein Zugezogener war und von einem Arbeitskollegen mit zu den Kickers genommen wurde, blieb mir am Ende die Eintracht erspart. Man muss aber zur Kenntnis nehmen, dass wohl die Adlertr├Ąger damals einfach nur zu langsam waren. Fan sein bekommt man in die Wiege gelegt. Irgendwer nimmt einen immer mit und man bleibt h├Ąngen oder eben auch nicht.

Die Stimmung war etwas besonderes

Ich fand die Stimmung damals als kleiner Junge nat├╝rlich immer klasse, G├Ąsnehautpur beim Anblick der Bengalos. Es dauerte nicht lang und ich hielt meine eigenen in der Hand, damals als 11 J├Ąhriger. Gespannt sa├čen wir beim Wochenendausflug in einer Kneipe vor dem TV und schauten das Relegationsspiel gegen den FC Memmingen in Mannheim. wir waren die einzigen in dieser Kneipe, welche das Spiel unbedingt sehen wollten. Es sind diese Momente, wie der Flutlichtausfall, welche einem in besonderer Erinnerung bleiben. Die n├Ąchsten Highlights waren die Spiele in Fulda (1998 - 3:1 f├╝r den OFC) und das volle Stadion beim R├╝ckspiel am Bieberer Berg, wo man nach dem 3:1 jubelnd durch die Offenbacher Stra├čen fuhr und den Relegationsplatz feierte. Die folgenden Relegationsspiele zur 2. Bundesliga gegen TeBe Berlin und SF Siegen. Alles Spiele an die ich gerne zur├╝ckdenke, auch wenn die Relegation kein gutes Ende nahm.

Ich ging in Frankfurt in die Grundschule, umgeben von vielen Eintracht-Fans wurde mir schnell die Abneigung zuteil. Man lernte fr├╝h, dass beide Verein nicht unbedingt befreundet waren. Als einziger in der Klasse kam ich in Rot und Wei├č. Als einziger kannte ich auch kein Bundesliga Fu├čball. Aber ich kannte den Bieberer Berg und seine besondere Stimmung Ende der 90er.

Ich habe es wohl auch Dynamo Dresden zu verdanken, dass ich heute auf den Bieberer Berg nach Offenbach pilger statt in das Rudolf-Harbig-Stadion und die anderen Arena der Republik. Dynamo spielte damals auch nur Oberliga, zu uninteressant f├╝r meinen Vater mit mir die endlosen Kilometer f├╝r solche Spiele zu fahren, dann blieb man eben in Offenbach und ging zu seinen Kickers. Der j├╝ngste unserer Familie geht heute in Schwarz Gelb, Dynamo spielte 2. Liga als er zum Fu├čball kam.

Immer weiter

Es sind aber andere Momente die mich an die Kickers gebunden haben. Es war immer dieses h├Ąmische, was mir entgegensprang. ├ťberall. Ob in der Uni, dem Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis. Wir sind der Underdog. Der kleine, jetzt Pleiteverein der Region.

In der Realschule war unsere Klasse ├╝berwiegend Rot Wei├č, man ging zusammen zu den Spielen. Mannheim '99 und der Aufstieg in Liga 2 erlebte man zusammen. Der Aufstieg brachte mir damals eine Kiste Cola. Ich hatte die Wette um den Aufstieg gegen meinen Klassenlehrer gewonnen. Osnabr├╝ck 1999 und 2008 sollte f├╝r mich zwei meiner Emotionalsten Spiele werden. Es sind diese beiden Endspiele, welche unterschiedlicher nicht sein konnten und dennoch sind sie f├╝r mich ein Teil meines Lebens. Diese Spannung, welche jeweils in der Luft lag, einfach unfassbar. Das Beten zum Fu├čballgott und der Jubel am Ende oder eben die Tr├Ąnen. Einmal fuhr man zur gr├Â├čten Aufstiegsparty des Landes zur├╝ck und einmal in tiefster Entt├Ąuschung. Der Schock von 2008 ist heute noch nicht richtig verdaut, er wurde aber abgel├Âst von der n├Ąchsten bitteren Entt├Ąuschung.

Feeling Bieberer Berg - DFB Pokal

Quelle: Offenbach Supporters Club

Quer durch die Republik f├╝r den OFC

F├╝r den OFC und die Liebe zu seinem Verein reist man quer durch die Republik. Als Jugendlicher war es immer die Zugfahrt am Wochenende. Teils stundenlang zu den Ausw├Ąrtsspiel und den K├Ąffern in der Regionalliga S├╝d. Es waren die Hoffenheims (damals noch Regionalliga), Ansbachs und Amateur Mannschaften des S├╝dens.

Die 2 Liga Jahre brachten viele neue Fans an den Bieberer Berg. Die verlorene Generation der 90er konnte zwar nicht ausgeglichen werden, aber zu den Spitzenspielen kamen regelm├Ą├čig 15.000 ins Stadion. Viele ÔÇ×Event-FansÔÇť blieben aber weg, das Stadion durfte als Ausrede herhalten. Nat├╝rlich war der alte Bersch keine Luxusvilla. Gegen die Allianz Arenas dieses Landes hatte er keine Chance, daf├╝r wesentlich mehr Charme. Dass der Neubau leider nicht die gew├╝nschten Effekte bringt haben viele geahnt und werden nun best├Ątigt, nat├╝rlich verw├Ąssert mit der Tatsache der 4. Ligazugeh├Ârigkeit.

Wenn ich vom Feeling Bieberer Berg spreche und warum ich immer wieder hoch gehe, dann kommen mir zwar Spiele wie gegen Rostock (2010), St. Pauli (2007), Dortmund im Pokal (2010) oder Wolfsburg (2013) in den Sinn, aber es sind andere Spiele die f├╝r mich wesentlich sch├Âner waren. Sicherlich waren das alles gro├če Highlights.

Dieses Jahr waren es die Spiele in Koblenz und gegen Mainz II. Aber auch das erste Heimspiel nach dem Zwangsabstieg, als ├╝ber 7000 Zuschauer das Spiel gegen Worms sahen. Diese neue Ephorie, welche in Offenbach und Umland zu sp├╝ren war, war einfach gro├čartig. Es war dieser Stolz und diese "jetzt erst recht" Einstellung.

Es war das Spiel gegen Wehen letzte Saison und der Glaube es geschafft zu haben. Diese Stimmung war einzigartig und immer mit der zu vergleichen, die herrschte wenn man gegen D├╝sseldorf oder Union Berlin in F├╝hrung ging. Dieser grenzenlose Jubel nach dem Elfmeterkrimi gegen Dortmund. Erinnert ihr euch Kickers Nasen?

Zeit Farbe zu bekennen!

Wo seid ihr Ostkreisler, Rodgauer, Odenw├Ąlder, B├╝rgler, Rumpenheimer, Nordendler oder Bieberer? Die Kickers rufen, die Kickers brauchen eure Stimme. Es ist Zeit Farbe zu bekennen. F├╝r die Stadt und f├╝r den Verein. Es sind diese besonderen Situationen, in denen Kickers Offenbach zusammen hielt. Es wird Zeit f├╝r ein R├╝ckrundenabschluss, der seines Gleichen sucht.

Feeling Bieberer Berg 2010

OFC gegen Dortmund 2010 DFB Pokal

Offenbach, Bieberer Berg und Freunde treffen und endlich wieder Fu├čball. Da passt es doch, seine alten Schals auszupacken, seine Freunde zu ├╝berreden und gemeinsam ins Stadion zu kommen. Wir sind 1901er ÔÇô wir sind Offenbach und gemeinsam gehen wir nach vorne. Das ÔÇ×WirÔÇť gewinnt.

Samstagnachmittag, da wird es Still im Haus, denn da zieht die Familienwelt zum Bieberer Berg hinaus... Reicht diese Motivation noch nicht aus? Dann bitte...

In diesem Sinne ÔÇô nur der OFC!

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