Recap - Jahreshauptversammlung 2016 OFC Kickers 1901 e.V.
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01.11.16 | 1901 e.V. | 0 Kommentare

Recap - Jahreshauptversammlung 2016 OFC Kickers 1901 e.V.

Der Parkplatz an der Willy-Brandt-Halle in Mühlheim war brechend voll, so voll, dass einige Mitglieder ihre PKWs so stellten, dass sie während der Versammlung umparken mussten. Der OFC hatte zur Jahreshauptversammlung 2016 geladen. 472 Mitglieder waren der Einladung zur wichtigen JHV gefolgt, welche ihren Schatten schon voraus warf.

Bestimmendes Thema waren die Insolvenz der GmbH und dessen Aufarbeitung, sowie der Schuldenstand des e.V. und damit einhergehend der Antrag auf Satzungsänderung durch das Präsidium (Blog Zwo:Der OFC und seine Fankuh). Die Veranstaltung drohte zur Zerreißprobe zu werden. Selten war der Verein derart gespalten. In den Foren und auf Facebook entbrannte eine Diskussion über die geplante Sonderumlage und einige Mitglieder drohten mit Aufkündigung ihrer Mitgliedschaft. Damit wäre ein großer Verdienst des Vorgänger-Präsidiums kaputt gemacht worden. Damals hat man die Mitgliederzahl signifikant erhöht und den Verein damit ein Stück weit gerettet.

Ehrungen

Es wurden wie immer einige Mitglieder geehrt und wie gewohnt, zogen sich diese Ehrungenin die Länge. Ganze 50 Minuten dauerte es, bis die Mitgliedsversammlung zum eigentlichen Thema kam. Neben der im diesem Jahr erstmalig durchgeführten Ehrung für besondere sportliche Verdienste, wurde vor allem eine Ehrung frenetisch gefeiert. 70 Jahre Hermann Nuber beim OFC. Der Ehrenspielführer unserer Kickers wurde mit tosendem Applaus der Anhänger gefeiert und er ließ sich feiern – zu Recht. Hermann einer von uns.

Insolvenz Aufklärung nur bedingt gelungen

Mit groĂźer Spannung erwartete ich den Bericht zur GmbH, deren wirtschaftlichen Lage und der Aufarbeitung der vergangenen Insolvenz (OFC meldet zweite Insolvenz an).

Die Insolvenz

Ein wenig enttäuscht war die Präsentation schon. Es kamen kaum neue Zahlen auf den Tisch. Der ehemalige Geschäftsführer hat Fehler bei der Planung gemacht und Posten falsch gebucht. Es herrschte Chaos auf der Geschäftsstelle und keiner wusste wo vorne und hinten war. Grundtenor war allerdings, dass man nicht mehr nach hinten und viel mehr nach vorne schauen möchte. In meinen Augen ist dies nur bedingt richtig. Denn zur erfolgreichen Arbeit in der Zukunft, gehört eben auch eine kritische Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit. In dieser stehen nun Mal eine Insolvenz und eine geradeso vermiedene Insolvenzen, 2 Abstiege und vor allem unzählige Bettelaktionen zur Rettung des Vereins. Es ist ein Mantra was sich beim OFC ständig zu wiederholen scheint. Es muss also nicht nur gesagt werden, dass wir es in Zukunft besser machen, sondern eben auch gesagt werden, was wir falsch gemacht haben.

Falsche Planung hin oder her. In meinen Augen ist der Aufsichtsrat eben nicht so einfach aus der Verantwortung zu nehmen, in dem man sagt, der Plan bzw. deren Berichte seien zu detailliert gewesen. Ich kann von keinem Aufsichtsrat verlangen, dass er Dinge überwacht, von denen er nix weiß, allerdings erwarte ich, dass er kritisch nachfragt, wenn er etwas nicht versteht. Und wenn der Bericht zu detailliert ist, dann fordere ich den GF auf bis zur nächsten Woche einen neuen Bericht zu machen, welchen ich dann auch verstehe. Es nutzt das beste Controlling System der Welt nichts, wenn der Anwender (in diesem Fall der Aufsichtsrat) dessen Berichte nicht hinterfragt. Meine Professorin im BWL Studium sagte mir mal: „Glaube keiner Statistik, welche du nicht selbst gefälscht hast“. Dieser Satz trifft vollkommen zu, jeder der selbst mal in einer ähnlichen Lage war, weiß dass man Berichte immer ein Stück weit „schön“ rechnen kann. Es muss also dringend daran gearbeitet werden, kritisch zu hinterfragen, wenn es nötig scheint.

Anmelde Zeitpunkt und 9 Punkte Abzug

Helmut Spahn Präsident der Offenbacher Kickers

Man ging auch auf den Zeitpunkt der Anmeldung der Insolvenz ein. Man versicherte glaubwürdig, dass man bis zur Letzt hoffte die Insolvenz abwenden zu können. Dies sei allerdings nicht gelungen, auch aufgrund der schwierigen finanziellen Situation. Allerdings gebe der 3-Tag-Gap zwischen Anmeldung und Punkteabzug Grund zur Hoffnung, die 9 Punkte wieder zurück auf unser Konto zu bekommen. Schon aufgrund der Tatsache, dass sich der Südwest Verband der Regionalliga auf die DFB Ordnung beruft sei laut Spahn falsch, da der DFB seine Befugnisse mit der Ausgliederung der Regionalliga abgegeben habe. Des Weiteren zählt eine zurückgezogene Insolvenz im Zivilrecht als niemals gestellt und kann deshalb nicht sanktioniert werden. Und als letzten Punkt zählte Spahn die 3 Tage auf, welche dazu geführt haben, dass man in der neuen statt in der alten Saison bestraft wird, obwohl man sich an geltendes Recht gehalten hat. All diese Punkte lassen mich etwas positiver auf diese Geschichte schauen, auch deshalb, weil unser Präsident den Gang vor ein ordentliches Gericht ankündigte, falls der Südwest Verband negativ entscheiden sollte. Endlich wehrt man sich gegen scheinbar willkürliche Regelungen im Verband.

Zur aktuellen Lage der GmbH

Hmm ich überlege gerade ob es sich lohnt überhaupt etwas hierzu zu schreiben. Denn bis auf eine Bilanz gab es eigentlich nicht viel zu sehen. Bissi dünn war es schon, auch wenn ich die Argumente von Herrn Weidner verstehen kann, dass er keine Fremde (GF und Vizepräsident Remo Kutz war erkrankt) Präsentation vortragen wollte und daher eine eigene gemacht hatte.

Dr. Andreas Kleinschmidt erneut Insolvenzverwalter - Quelle: ofc.de

Während der Aussprache zu diesen Punkten, bekam auch der Insolvenzverwalter Dr. Kleinschmidt das Wort. Er ist auch Mitglied der Offenbacher Kickers und betonte immer wieder dass „wir“, zu dem er sich inzwischen zugehörig fühlt. Ich glaube mit Ihm haben wir einen Mann im Verein der genau das leisten kann, was er selbst fordert. Strukturen schaffen. Ich hoffe wirklich sehr, dass er dem Verein bei gewissen Fragen mit seinem Know How zur Seite steht. Zusätzlich verwies er auf die zu geringe Mediale Wahrnehmung unserer Kickers und auf weitere Maßnahmen um den OFC zurück in die Medien zu bringen. Zur abermaligen Insolvenz konnte und durfte er vermutlich nicht viel sagen. Er betonte wieder einmal, dass er die GmbH ohne Schulden (200.000€ in der Kasse) übergeben hatte. Als Planüberwacher war nicht für die Überwachung der GmbH zuständig, sondern viel mehr auf die zu leistenden Zahlungen an die Gläubiger. Auch der neue Geschäftsführer Fiori stellte sich kurz vor und machte dabei einen Sympathischen Eindruck. Den Hinweis, dass er auch Wortspitzen gegen seine Vergangenheit vertrage, kam Vizepräsident Relic in seiner Rede nach.

Antrag auf Satzungsänderung und Einführung der Sonderumlage

Das alles beherrschende Thema der letzten Wochen. Der Antrag auf Satzungsänderung und der Möglichkeit, dass kommende Präsidien eine Sonderumlage von Mitgliedern erheben können. Markus Weidner erörterte nochmals die Sachlage des e.V. Bei Übernahme vor einem Jahr stand die Schuldenuhr bei 4,4 Millionen Euro. Diese Schulden sind Altlasten, welche bei der ersten Insolvenz 2013 von der GmbH auf den e.V. übertragen wurden. Es wird ganz oft in den Foren und auf Facebook vermischt, es hat weder was mit der derzeitigen finanziellen Lage zu tun, noch mit dem e.V. allein, denn dieser ist nur bedingt für diese Schulden verantwortlich. Allerdings muss er diese nun alleine schultern. Rettung ist ein langer Weg 12.12.2013 Es ist dem Präsidium gelungen mit allen Gläubigern einen Konsens zu finden und die akute Insolvenzgefahr der e.V. zu beseitigen.

Die Schuldenlast konnte durch Vereinbarungen auf 3,5 Mio. gesenkt werden. Bedingungen sind recht einfach. Die Restschulden werden auf die GmbH übertragen (diesem Antrag stimmte die Mitgliederversammlung bereits 2014 zu) und für den Verzicht auf 910.000€ bekommen die Gläubiger 85.000€. Diese Summe war auch der Grund für die geplante Sonderumlage, allerdings: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“. Das Präsidium hat beschlossen die Sonderumlage und dessen Antrag zurückzuziehen und auf eine freiwillige Spende zu setzen. Es ist sehr erfreulich, dass das Präsidium die Brücke zu den Fans geschlagen und die Spaltung des Vereins verhindert hat. Der viel zitierte Satz „nur Zusamme schaffe mers“ hat gestern wieder ein Stück an Bedeutung gewonnen. Meine Kritik an der Sonderumlage in den vergangenen Wochen sollte nicht die gute Arbeit des Präsidiums schmälern. Sicherlich gibt es wie immer Luft nach oben, aber mit dieser Lösung denke ich, dass es dem OFC gelingt diese Summe aufzutreiben. Es zählt jeder Euro und auch Nicht-Mitglieder sollten nochmals alles geben und mithelfen den OFC zu entschulden!! Dies ist der wichtigste Punkt der gestrigen Veranstaltung. Nochmal zusammenrücken für den OFC.

Neuer Verwaltungsrat

Am Schluss wurde der Verwaltungsrat neu besetzt. Wichtigste Personalie und gleichzeitig wohl umstrittenste ist die des OberbĂĽrgermeisters Horst Schneider, der zukĂĽnftig im VR des e.V. sitzt. Das schmeckt nicht jedem Mitglied, auch wenn es nur wenige Gegenstimmen gab, was sicherlich auch an der Blockwahl lag.

Ansonsten wurden alle Gremien von der Mitgliederversammlung entlastet. Wir können also frohen Mutes auf die Zukunft schauen – nur zusammen geht es!

Spendenformular fĂĽr Mitglieder als PDF! JETZT SPENDEN!

In diesem Sinne – Nur der OFC!

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