Der OFC und seine Fankuh
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10.10.16 | 1901 e.V. | 2 Kommentare

Der OFC und seine Fankuh

Wie lange/oft kann man eine Kuh melken? Komische Frage für einen Fußball Blog der sich im Thema eigentlich mit Kickers Offenbach beschäftigt. Also jenem OFC, dessen Anhänger hier überwiegend lesen.

So banal die Frage klingen mag, so brisant ist sie im Zusammenhang mit Kickers Offenbach. Es ist noch gar nicht lange her, da hat die OFC GmbH 1901 einen Antrag auf Insolvenzeröffnung beim Amtsgericht in Offenbach gestellt. Bekanntermaßen hatte das zur Folge, dass der OFC mit -9 Punkten in die Runde starten und auf seine Fans hoffen musste. Die GmbH stand nach nur einem Jahr wieder mit 1 Million in der Kreide (Beitrag zur zweiten Insolvenz der OFC Gmbh 2016). Nähere Informationen erhalten die Mitglieder wohl auf der kommenden Jahreshauptversammlung.

Es ist still am Bieberer Berg, noch…

Eigentlich ein Tag auf den sich das OFC Mitglied „freuen“ könnte, besteht doch die Hoffnung, dass etwas Licht ins dunkle kommt. Denn wirklich viel kam bisher nicht an Informationen. Auf der letzten außerplanmäßigen Mitgliederversammlung wurden die Wogen geglättet. Rumorte es doch kräftig in der Fanszene und es gab eine dringende Frage zu klären: Wie kam es zu diesem erneuten Desaster? Diese Frage sollte ein Gutachten klären, dass Herr Kleinschmidt (Vorläufiger Insolvenzverwalter) in Auftrag gegeben hatte, mal wieder.

Es gab damals Schuldzuweisungen und auch der Präsident hat sich mittels Vereinsradio bereits zur Wort gemeldet. Darin gab es erste Einblicke in eine zerfahrene Situation. Zwei Seiten und zwei Meinungen / Aussagen die weiter nicht auseinander liegen könnten. Die ganze Wahrheit werden wir wohl nie erfahren, allerdings liegt die Hoffnung eben auf der kommenden Jahreshauptversammlung.

Im Video ist Helmuth Spahn im Interview zum Thema Insolvenz (ab Minute 4:45)

GroĂźe Spendenbereitschaft der Fans

Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde auch darüber informiert, dass der OFC aufgrund eines möglichen Sponsors erst sehr spät die Insolvenz einleiten konnte. Damals hatte man die Hoffnung mit Hilfe dieses Sponsors die Insolvenz bzw. dessen Anmeldung verhindern zu können. Der Sponsor wiegelte ab und sprach von einem möglichen Engagement bei Abwendung eben jener Insolvenz. Allerdings wartet man bis heute auf einen möglichen Einstieg eines großen neuen Sponsors. Die Banden am Bieberer Berg jedenfalls lassen viel Spielraum für kreative Ideen, Platz wäre ja da.

Es wurde „Alles auf Rot Weiß“ und „Kickers haut nah“ geschaffen. Die Fans spendeten unglaublich viel Geld. Das Ziel von 1000 Unterstützerpaketen wurde, auch mithilfe der OFC Foren ofccommunity.de und Kickerstalk.de, schnell erreicht. Es war eine unglaubliche Solidarität mit dem OFC zu spüren, jeder versuchte seinen Teil dazu beizutragen den OFC zu retten. Das hat man auch geschafft. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Der OFC kämpft immer noch mit dem Rucksack der – 9 Punkte und geht dagegen auch gerichtlich vor, allerdings heißt es hier weiter Geduld zu bewahren.

Die Quittung zahlt der Fan

Geduld mussten auch die Fans haben, denn neben der Spenden waren sie auch bei den Ticketpreisen gefragt. Die Tageskartenpreise gingen nach oben und auch die Kosten für eine Dauerkarte. Natürlich steckt der OFC in der finanziellen Krise und muss irgendwie Gelder aquarien. Leider hat man dabei wohl das alte Notizheft des Thomas Kalt gefunden. Viele Aktionen erinnern doch stark an alte Zeiten, in denen die Zukunft bereits verkauft wurde um alte Löcher zu stopfen. Ich stelle bewusst in Frage, ob die Kartenpreise nach der Saison wieder sinken, war doch als Argument für die Erhöhung die größere Liga angeführt worden.

Der OFC ist also in Sachen Ticketpreise, Catering und Mitgliederbeiträge weiterhin auf Bundesliga Niveau. Na immerhin.

ZurĂĽck zu Fankuh

Diese kann man dankenswerterweise öfter melken. Unglaublich oft beim OFC. Es ist schon erstaunlich wie oft OFC Fans schon in die Bresche für das Versagen von OFC Verantwortlichen gesprungen sind. TV Anleihen, OFC Club, „Ein Verein zum Leben“, Lebenslange Dauerkarte, Anleihen Scheine, Kickers haut nah, Alles auf Rot weiß und weiß Gott nicht wie viele Aktionen es noch waren in den letzten 15 Jahren. Damit steht bereits eine Sache fest, den OFC gäbe es ohne seine treuen Anhänger nicht mehr und er wäre auch nie in diese Niederungen verschwunden, wenn es fähige Leute an dessen Spitze gegeben hätte.

Nun kam letzte Woche das Einladungsschreiben für die Mitgliederversammlungen am 31.10.2016 in Mühlheim. Soweit so gut. Jedoch hat diese Einladung etwas interessantes im Gepäck – den Antrag auf eine Satzungsänderung. Und da sind wir wieder beim Thema Kuh melken, denn es wird beantragt, dass der OFC einmal jährlich eine außerplanmäßige Mitgliedergebühr bis maximal 54€ (halber Jahresbeitrag) erheben darf. Das sind dann statt 108€ satte 162 € für eine passive Mitgliedschaft bei einem Regionalliga Club. Damit steigt der OFC dann wirklich auf in die Top-Liga. Mir ist kein Verein bekannt, der solche Mitgliedsbeiträge verlangt. Und genau das ist es, was mich dermaßen ankotzt. (Entschuldigung).

Freiwillig gerne – zwanghaft nein!

Nun ist der OFC Fan ja sehr spendenfreudig. Das durfte die OFC Kickers GmbH, wie beschrieben, schon dieses Jahr erfahren. Da sind dann schon einige Fans für ihren Club ans Limit des machbaren gegangen und nun das. In Zukunft soll es also per Satzung erlaubt sein eine Zusatzgebühr zu erheben. Freilich nur einmal im Jahr, allerdings steht der Offenbacher Fußball Club Kickers 1901 e.V. immer noch ziemlich tief in den roten Zahlen. In 2 Jahren laufen die Stundungen aus und man braucht endlich einen Plan, wie man diese Schulden abbauen möchte.

Das man nun wieder auf seine Kuh zurück kommt ist für mich ein Unding. Wieder einmal soll der Fan bezahlen und das dann am besten immer, wenn es dem Verein gerade belieb ist. Prima. Ich persönlich sage es ganz offen – Genug ist genug!

Freiwillig leiste ich gerne meinen Teil und viele andere auch. Wir stehen immer wie eine Wand hinter unserem OFC, aber bitte lasst den Fan die Wahl und drückt ihm das nicht aufs Auge. Überlegt endlich wie der Verein neue Mitglieder gewinnen kann und geht nicht denen an Geldbeutel die eh schon überstrapaziert werden. Senkt die Beiträge, schafft eine passive passive Mitgliedschaft. Entwickelt eine Mitgliedschaft für Babys und Kleinkinder. Auf Schalke zahlt man 4 € für Kinder! Diese können so oder so nicht abstimmen oder die Vorteile der Mitgliedschaft nutzen. 1€ für jedes Lebensjahr bis zum 18 Geburtstag. So gewinnt man Mitglieder. Mit der Satzungsänderung wird es Austritte geben und der OFC wird wieder einmal zwei geteilt. Da bleibt nur zu hoffen, dass wir endlich sportlich in sichere Gefilde kommen. Der Versammlung wünsche ich alles Gute.

In diesem Sinne – Nur der OFC!

Antwort auf die Frage, wie oft eine Kuh gemolken werden kann gibt es hier: http://www.milchlos.de/

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